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Kennen Sie das auch? Man sieht, hört oder liest etwas und fragt sich plötzlich: Aber was wäre, wenn …?
So erging es mir, als mir die Idee zu »Des Teufels Engel« kam (dessen scheußliche Arbeitstitel hier nicht verraten werden :-).
Eines Abends saß ich vor dem Fernseher und schaute mir eine der vielen geschichtlichen
Dokumentationen an, die mittlerweile Tag und Nacht ausgestrahlt werden. Ich war von dem Thema so fasziniert, dass
mir sofort tausend Fragen und Ideen durch den Kopf schossen. Als der Abspann noch lief, hatte ich bereits eine der zwei
Schlüsselszenen der Geschichte in Gedanken fix und fertig (die übrigens nur leicht verändert alle Fassungen
des Manuskripts überlebt hat). Doch viele Fragen waren unbeantwortet geblieben und so begann ich zu recherchieren und stieß dabei
auf spannende Lebensgeschichten, unvorstellbar grausame Urteile, aber auch erstaunliche Lichtblicke in einer dunklen Zeit.
Die Hauptfiguren waren jedoch schon einige Zeit vor dieser Doku zum Leben erwacht. Bereits Monate zuvor ließ mich ein ganz
profaner Satz nicht in Ruhe, den ich irgendwo gelesen hatte. Immer wenn
er mir wieder in den Sinn kam, tauchte in meinen Gedanken eine Frau auf: Christiana. Ihr äußeres Erscheinungsbild
erschuf ich zwar erst viel später, doch ihr Charakter und ihr Schicksal standen schnell fest. Ebenso war es mit ihrem männlichen
Gegenpol, denn es war von Anfang an klar, dass dieser Roman nur eine Liebesgeschichte werden konnte.
Natürlich hat man während der Arbeit an einem derartigen Projekt mit diversen Rückschlägen zu kämpfen, doch eine
besondere »Niederlage« habe ich nach all der Zeit noch immer nicht vergessen: Stolz, aber auch etwas verlegen,
ließ ich meine Schwester die ersten Seiten lesen. Ich hoffte, selbst wenn es ihr nicht zusagen würde, käme ein diplomatischer Kommentar,
doch sie fand deutliche Worte für all das, was ihr nicht gefiel. Und das war nicht wenig.
Ich sollte jetzt wohl erwähnen, dass wir bis auf den Streitpunkt Nora Roberts einen sehr ähnlichen Geschmack bei Büchern
haben … :-) Verständlich, dass mich ihre Reaktion also völlig überraschte. Zu allem Überfluss
hatte ich bereits drei Kapitel fertiggestellt und war auch noch vollkommen überzeugt von den Charakteren und der Idee dahinter.
Aber dann nahm ich es als Herausforderung und so entstand
(unter scharfer Kritik) in zehn Monaten »Des Teufels Engel«.
Aber es war noch immer ein weiter Weg bis zur Veröffentlichung. Zuerst hagelte es nur Absagen für mein Exposé, und
ich überarbeitet das gesamte Manuskript mehrere Male. Irgendwann entschied ich, es noch genau einmal einem Verlag anzubieten und es bei
einer erneuten Absage dann in einer Schublade verschwinden zu lassen.
Schon wenig später erhielt ich jedoch eine Mail dieses Verlags, der das gesamte Manuskript haben wollte, um es zu prüfen.
Ungefähr einen Monat später bekam ich schließlich die aufregende Nachricht, mit der ich nach all den
Fehlschlägen nicht mehr gerechnet hatte: »Wir würden Ihren Roman gern in unser Programm aufnehmen«.
Der Rest ist (jetzt eine) Geschichte …
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